Fastenwoche 2016: Tag 1

Fastenwoche Februar 2016Fasten und Heilfasten war für mich ja immer eher etwas kirchliches. Oder es gehörte so wie Detox und Entschlacken in den Bereich der Esoterik. Eines besseren belehrt wurde ich erst durch eine sehr interessante Dokumentation im Fernsehen, über die positiven Wirkungen des Fastens auf den Körper. Meine Generation ist ja an sich die erste, die keinen wirklichen Hunger kennt, dabei hat der Mensch immer Hungerphasen überstehen müssen – bis in die Nachkriegszeit hinein. Also sind Zeiten ohne Nahrung eigentlich der Normalzustand mit dem unser Körper gut umgehen kann und ständige Nahrungsverfügbarkeit ist der Ausnahmefall.

Also – ich möchte es probieren, lese mich ein wenig in das Thema ein und beginne genau heute mit meiner Fastenwoche. Mit Fastenwoche meine ich sieben Tage Nahrungsentzug und danach zwei Aufbautage. „Genau heute“ ist aber nicht wörtlich zu verstehen. Ich werde hier jedem Fastentag einen Artikel widmen, aber ich schreibe die Blogeinträge mit ca. zwei Wochen Verzögerung. Das hat folgende Gründe:

  • Dies ist mein erster Fastenversuch und ich wusste zu Anfang selbst überhaupt noch nicht, ob ich es durchhalten werde.
  • Während des Fastens wäre ich womöglich gar nicht in der Lage, vernünftige Blogartikel zu schreiben.
  • Für die Skalierung der Diagramme unten ist es hilfreich, die komplette Bandbreite bei der Erstellung bereits zu kennen.

In der Fastenliteratur (darauf werde ich morgen näher eingehen) ist der erste Tag ein so genannter Entlastungstag. Hier wird noch Nahrung zugeführt, aber in reduzierter Form. Darüber hinaus dient er ein wenig zur Einstimmung. Ich allerdings lasse mich in meinem Überschwang hinreißen und schalte gleich auf Null. Was mir auch gar nicht schwer fällt. Weiter soll als Vorbereitung gemäß Fastenliteratur eingekauft werden. Zum Beispiel Obst, Gemüse- und Obstsäfte, Tee, Sauerkrautsaft und Glaubersalz. Mein Einkaufszettel sieht (nachdem Tee noch vorhanden ist) etwas anders aus:

  • 1x Körperwaage (dieser Haushalt besitzt nämlich keine)
  • 1x Irrigator (ein Wort, das ich auch neu gelernt habe), das ist ein Einlauf-Set

Meine Absicht ist es also, das Fasten hart durchzuziehen im Sinne einer Null-Diät. In wie weit das wirklich klappt, werden die nächsten Tage zeigen. Parallel zu meiner Fastenwoche will meine Frau eine Diät mit Almased machen. Das hat die Vorteile, dass wir uns gegenseitig im Verzicht unterstützen können und eine Woche lang weder eingekauft noch gekocht werden muss.

Die Bilanz des Tages

Was kommt rein

Morgens  2 große Tassen grüner Tee, ungesüßt  460ml
Tagsüber  3 Glas Wasser  1500ml
Abends  3 kleine Tassen Kräutertee  510ml
Gesamte Flüssigkeitsaufnahme  2470ml

Essen: null.

Was geht raus

  • Wasserlassen: mehrfach und reichlich
  • Stuhlgang: ja, ganz normal
Gewicht1

in kg

Gewicht: 81,4kg

Ich bin 54 Jahre alt, 183cm groß und wie bei Männern ab 50 zunehmend Bauchspeck-belastet. Vor der Bundeswehr hatte ich mal 72kg. 🙂 Später hat sich das von 78kg auf 80kg und darüber entwickelt. Alles nicht schlimm bei meiner Größe, das Gewicht konzentriert sich allerdings unschön am Wammerl (südd. für Bauchspeck). Ich wäre also nicht erstaunt, wenn die neu erworbene Waage 84kg zeigen würde. So schlimm ist es zu meiner Freude aber nun doch nicht. Ich starte also heute mit 81,4kg.

Wohlbefinden1

0=krank, 6=normal, 8=euphorisch

Wohlbefinden

Am Abend des ersten Fastentages kann ich sagen, dass es mir ganz normal geht. Die fehlende Nahrung macht mir im Moment noch überhaupt nichts aus. Im Vorfeld gestern Abend ist mir das Einschlafen ein bisserl schwer gefallen. Entweder war es die Angst vor dem Verhungern, oder die Panik, hier im Blog schreiben zu müssen, wie ich mir selbst einen Schlauch in den Darm schieben werde. Es bleibt also noch spannend.

Hunger1

0=kein Hunger, 6=Fastenabbruch

Hunger

Hunger ist das noch nicht, vielleicht eine kleine Leere im Bauch, die mich aber überhaupt nicht belastet. Deshalb gebe ich auf meiner selbst entworfenen Hungerskala einen Punkt. Null würde bedeuten, dass ich gar kein Hungergefühl habe und der Maximalwert 6 wäre so starker Hunger, dass ich mich über den Kühlschrank hermache und damit das Fasten abbreche.

Waage

Startgewicht: 81,4kg

Ziele

Zu Anfang steht natürlich die Frage, was ich mit meinem Fasten überhaupt erreichen will.

Abnehmen? Natürlich!

Eine kleine Wammerlreduktion täte mir schon gut. Wobei es mir aber nicht vorrangig um purzelnde Kilos geht, sondern darum körperlich einen gewissen Resetknopf zu drücken. Danach soll der Körper selber neu lernen, wann süß süß genug und salzig salzig genug ist und wann satt wirklich satt ist. Wenn ich danach wieder Reste auf dem Teller liegen lassen kann, dann wäre es ein Erfolg.

Darüber hinaus sehe ich das Fasten als Selbstversuch. Ich will es einmal ausprobieren und schauen, was es mit mir macht. Vielleicht ist das mein erstes und auch letztes Fasten, vielleicht auch eine Erfahrung, die ich wiederholen möchte.

Warnung

Ich bin kein Arzt und kein Experte für Fasten, Diät oder Abnehmen, deshalb liegt es mir fern, auf diesen Gebieten Anleitungen zu geben. Diese Artikelserie ist lediglich als mein persönlicher Erfahrungsbericht zu verstehen und nicht dazu gedacht, es nachzumachen. Gleichwohl freue ich mich auf einen regen Erfahrungsaustausch im Kommentarbereich.

 


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