Test: Schaltschrank UNI-2 für den Außeneinsatz

VerteilerkastenWer einen Elektroschaltkasten für den Außenbereich sucht, tut sich gar nicht so leicht. Die meisten Produkte sind für den Keller gedacht, aber nicht für Montageorte, die im Regen stehen. Ich bin dabei auf die UNIbox-Serie des polnischen Herstellers Elektro-Plast gestoßen, der diese Produkte auch über Amazon aus Deutschland versendet. Die Produktbeschreibungen bei Amazon fallen allerdings recht spärlich aus, so dass ich hier näher auf den Schaltschrank UNI-2 eingehen möchte.

Modelle und Abmessungen

Die Kunststoffschaltschränke der UNI-Reihe werden zur Zeit in drei Größen (alles Außenmaße) angeboten:

Modell Breite Höhe Tiefe
Uni-0 300mm 300mm 160mm
Uni-1 300mm 400mm 160mm
Uni-2 400mm 500mm 179mm

Dazu gibt es T-Modelle (wie zum Beispiel den Uni-0T), die anstelle der grauen eine durchsichtige Türe haben.

Allen Ausführungen ist gemeinsam, dass sie:

  • keine vorgefertigten Kabelzuführungen besitzen,
  • kein vorgegebenes Oben und Unten haben. Sie können also mit Türe links oder Türe rechts montiert werden.
  • ein Schloss (mit zwei Schlüsseln) besitzen, was für den Außeneinsatz ganz praktisch ist.
  • im Inneren über eine Lochplatte zur Montage von Einbauteilen verfügen.

Montage

Auf der Rückseite befinden sich in den vier Ecken Bohrungen, in die jeweils eine Plastikhülse zur Wandbefestigung gesteckt werden kann. Die Hülsen können dabei so positioniert werden, dass die Schraubbefestigung entweder ober- und unterhalb des Kastens erfolgt, oder alternativ dazu seitlich links und rechts. Das Bild zeigt die beiden Varianten. Die Hülsen werden dann mit beiliegenden Schrauben von hinten mit dem Kasten verschraubt.

befestigungen

Die Dichtigkeit des Kastens wird durch die Befestigungselemente nicht beeinträchtigt, da die Ecken im Inneren durch Diagonalstege abgetrennt sind. Die Löcher befinden sich also außerhalb der abgedichteten Bereichs. Wer den Verteilerkasten in einem trockenen Innenraum aufhängen will, kann natürlich auch durch die Rückwand bohren. Die dafür vorgesehenen Stellen kann man im Bild jeweils links unten erkennen.

Einbauten

LochplatteAufgrund der Produktbilder bei Amazon war ich ursprünglich der Ansicht, die Lochmontageplatte im Inneren wäre aus Metall. Einbauten wie Schalter, Dosen oder Hutschienen hätte ich dann mit Schrauben und Muttern auf dem ausgebauten Lochblech anschrauben müssen. Das wäre immer noch besser gewesen, als eine Montageplatte erst aufwändig mit den benötigten Bohrungen zu versehen. Das Lochblech hat dazu beigetragen, dass ich mich für diesen Verteilerkasten entschieden habe.

In Wirklichkeit ist die Sache aber noch viel einfacher. Die Lochplatte ist nämlich nicht aus Metall, sondern ebenfalls aus Kunststoff und 3,5er und 4er Holzschrauben (z.B. Spax) können direkt selbstschneidend eingedreht werden. Dabei muss die Lochplatte nicht mal ausgebaut werden. Die Schraubenlänge darf bis zu 15mm betragen, damit die Schraube ganz eingedreht die Rückwand nicht berührt. Die Montage von Einbauteilen ist also völlig unkompliziert und schnell möglich.

Kabeldurchführungen

Ein Verteilerkasten hilft wenig, wenn er zwar wasserdicht ist, aber kein Kabel hineingeführt werden kann. Ich habe es oben bereits erwähnt, die Uni-Schaltschränke verfügen werksseitig über keinerlei Öffnungen um Kabel durchzuführen. Das liegt sicher daran, dass der Anwender entscheiden kann, auf welcher Seite er die Türe haben möchte und dementsprechend ergibt sich erst, welche Seite oben und welche unten sein wird. Löcher zur Kabeldurchführung müssen also selbst gebohrt werden. Je nach Anforderung an die Dichtigkeit der Gesamtkonstruktion genügen schlichte Löcher oder rechteckige Ausschnitte, oder es werden abgedichtete Durchführungen benötigt.

KabeldurchführungenIm Bild ist meine eigene Lösung zu sehen, ich verwende Kabelverschraubungen M16x1,5 und M20x1,5, die das Kabel abdichten und gleichzeitig auch zugentlasten. Mit einem Kegelbohrer lassen sich die 16mm und 20mm Bohrungen relativ leicht erstellen. Es wird einfach vorsichtig so weit aufgebohrt, bis sich die Kabelverschraubung durchstecken lässt. Dann kommt innen die Kunststoffmutter drüber.

Dichtigkeit

Nach der Außenmontage habe ich erst mal einen Wintermonat lang gewartet um nach mehreren Schnee- und Regentagen überhaupt eine Dichtigkeitsaussage zu wagen. Mein Uni-2 Verteilerschrank ist im Freien auf der Dachterrasse an der Hauswand angeschraubt. Alle Kabelauslässe erfolgen nach unten. Außen ist der Verteilerkasten bei jedem Regen nass und ein Schneehäubchen gab es auch schon. Der Innenraum ist aber nach einem Monat Außeneinsatz immer noch absolut trocken, was ich alle paar Tage überprüfe.

Der Verteilerkasten Uni-2 und die Kabelverschraubungen entsprechen beide der Schutzart IP65. IP65 bedeutet „Staubdicht, vollständiger Schutz gegen Berührung, Schutz gegen Strahlwasser (Düse) aus beliebigem Winkel„. Der Schaltschrank Uni-2 verfügt über eine umlaufende Gummidichtung in der Türe. Dabei sind die Ecken ausgespart, damit sich die Wandbefestigungen außerhalb des abgedichteten Bereichs befinden. Um die Dichtigkeit zu erhalten, müssen selbst angebrachte Bohrungen wieder abgedichtet werden. Zum Beispiel durch die erwähnten Kabelverschraubungen, die es in verschiedenen Größen für unterschiedliche Kabeldurchmesser gibt. Durch Drehen an der Überwurfmutter wird ein Gummiring fest um das Kabel gepresst und dadurch abgedichtet.

Warnhinweis

Um Gefahren für Sachwerte, Leib und Leben zu vermeiden, sollten Arbeiten an 230 Volt generell nur durch ausgebildetes Fachpersonal unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden!

Fazit

Reichlich Platz und hohe Dichtigkeit zu einem vertretbaren Preis (ca. 60 EUR für Uni-2). Wer einen Verteilerkasten für den Außenbereich sucht, sollte sich die UNIbox-Serie von Elektro-Plast näher ansehen.

7 Kommentare

  1. Jürgen Langer

    Hallo Hr. Karger,

    das ist eine sehr brauchbare Bschreibung des Verteilers. Genau so etwas suche ich.
    Ich möchte im Garten verlegte Kabel zum Anschuss mehrer Leuchten verwenden und benötige eine sicheren Verteiler.

    Güße
    Jürgen Langer

  2. derberg

    Super Info Danke. Können Sie mir sagen wie Tief der Schrank ohne Tür ist?

  3. Helmut (Beitrag Autor)

    Ca. 14cm außen und 11,9cm innen, gemessen vom Lochblech bis zur Kante des Schaltschranks. Einbauten können aber noch ein Stück größer sein, weil der Türinnenraum ja auch noch Platz bietet.

  4. Wolfgang

    gibt es eine Bezugsquelle in D?

  5. Helmut (Beitrag Autor)

    Natürlich Wolfgang – gibts bei Amazon – habe ich oben im Artikel verlinkt.

  6. Christian

    Hallo Helmut!
    Danke für die ausführliche Beschreibung und vor allem für den Hinweis wie die Plastikösen mit dem Gehäuse zu verschrauben sind: nämlich von hinten. Hatte nicht gesehen, dass die Löcher im Kasten selbst kleiner sind als der Durchmesser der beiliegenden Schrauben.

    Im Übrigen hat der Hersteller wohl die UNI-* Boxen überarbeitet.
    Ich habe heute meine UNI-1 Box erhalten. Diese hat nun nicht mehr nur das Schloß in der Mitte, sondern es ist nach außen gewandert und zusätzlich noch ein Drehgriff hinzugekommen. Die Tür wird nun an zwei Punkten an den Kasten herangezogen.
    Ist wohl laut Hersteller eine verbesserte Version, so dass IP65 auch einzuhalten ist.

  7. Helmut (Beitrag Autor)

    Danke für die Info. Das ist ja prima, dass der Hersteller die Schaltschränke weiter verbessert hat.

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