Raspberry Media Center – Teil 22: Raspberry und Kodi Mythen

XBianWer im Internet nach den Themen Raspberry Pi und Kodi (XBMC) sucht, der wird an zahlreichen Stellen fündig werden. Dank einer sehr regen Community gibt es dazu glücklicherweise Informationen in Hülle und Fülle. Generell sollte man aber nicht alles glauben, was im Internet steht und so haben sich im Laufe der Zeit auch einige Raspberry- und Kodi-Mythen gebildet, die sich hartnäckig halten. Da bieten Händler unnützes Zubehör an und Blogger schreiben ungeprüft von anderen ab. Gerne werden auch Aussagen zum Raspberry Pi 1 einfach auf die Version 2 übernommen. In diesem Artikel möchte ich ein paar dieser Mythen entzaubern.

Kodi: Ohne MPEG-2 Lizenz Schlüssel bleibt der Bildschirm dunkel ???

Beim Raspberry Pi 1 ( also den Versionen A, A+, B und B+) war ohne Hardwarebeschleunigung beim Dekodieren von Videos in der Tat kein Blumentopf zu gewinnen. Der Raspberry Pi 2 ist allerdings wesentlich leistungsstärker und kann das Dekodieren auch per Software in der der CPU erledigen. Der Bildschirm bleibt also auf keinen Fall dunkel, gegebenenfalls schaltet man in Kodi einfach auf Softwaredekodierung um. Allerdings – wer Full-HD-Videos schauen möchte – der wird mit der mit der Qualität der Softwaredekodierung vielleicht nicht zufrieden sein und die paar Euros in den MPEG-2 Codec doch investieren wollen. Aber am besten erst mal selber ausprobieren. Mehr dazu in Teil 15 dieser Artikelreihe: MPEG-2 Lizenz Schlüssel.

Kodi: Laufband abschalten beschleunigt die Filmwiedergabe ???

Abgesehen davon, dass während des Abspielens eines Videos das Laufband eh nicht aktiv ist, kann man diese Empfehlung ruhig in die Märchenkiste treten. Beim Raspberry Pi 1 war es vielleicht noch nötig, an jedem Performanceschräubchen zu drehen, beim Raspberry Pi 2 bringt das nichts mehr. Der hat bereits genügend Power.

OpenELEC: /flash nach Änderungen wieder auf „readonly“ setzen ???

In der Tat, OpenELEC ist ein Read-Only-Betriebssystem und wer Änderungen an der config.txt vornehmen möchte, der muss /flash zuerst beschreibbar mounten. Sehr häufig findet man dazu im Internet die folgende Vorgehensweise:

mount /flash -o remount,rw
nano /flash/config.txt

Jetzt die gewünschten Änderungen in der Datei vornehmen und dann:

sync
mount /flash -o remount,ro
reboot

Soweit alles ganz richtig, aber den Remount auf readonly vor dem Booten des RasPi kann man sich getrost sparen. Ein Reboot führt bei OpenELEC immer dazu, dass /flash readonly gemountet wird.

Raspberry Pi: Prozessortakt auf 400MHz reduzieren spart Strom ???

In Screenshots der config.txt kann man in Blogs und Foren gerne mal folgendes Statement finden:

arm_freq_min=400

Das bewirkt, dass der minimale Takt des ARM-Prozessors von 600MHz auf 400MHz abgesenkt wird. Das ist der Takt, mit dem die CPU läuft, wenn sie nicht belastet ist. Erst mal eine gute Idee, weiter Strom sparen zu wollen, wenn keine Leistung gebraucht wird. In der Praxis senkt der niedrigere Takt aber weder den Stromverbrauch noch die Temperatur des Prozessors spürbar, wie ich bei meinen Strom- und Temperaturmessungen herausgefunden habe. Das ist auch verständlich, der ARM-Prozessor ist bereits extrem stromsparend ausgelegt, so dass er in Ruhe nicht mal ein Watt verbraucht. Da bringen 200MHz weniger auch nichts mehr, da die CPU ja eh nicht gefordert ist.

Raspberry Pi: Die CPU braucht Kühlung ???

KühlkörperDas ist wohl der hartnäckigste Mythos, den ich über den Raspberry Pi gefunden habe. Freilich, findige Hersteller wollen Zubehör verkaufen und von den Intel-CPUs in unseren Personal Computern wissen wir alle, wie wichtig gute CPU-Kühlung ist. Kein Wunder also, dass viele ihrem RasPi auch etwas Gutes tun wollen und zu einem Kühlkörper greifen. Und weil es so plausibel klingt, schreibt das auch gerne ein Blogger vom anderen ab, ohne es selber zu testen. Gut, man macht nichts falsch mit einen Kühlkörper und er kostet auch nur wenige Euro. Aber wirklich bringen tut ein Kühlkörper nichts, er ist schlichtweg überflüssig – selbst wenn man den Raspberry Pi übertakten möchte. Ich habe die Prozessortemperatur in verschiedenen Lastsituationen aufgezeichnet und festgestellt, dass ein passiver Kühlkörper die CPU-Temperatur unter Last maximal um 2 Grad senken kann. Zusätzlich verfügt der Raspberry Pi über einen Übertemperaturschutz, der den CPU-Takt automatisch reduziert, bevor der Prozessor zu heiß wird. Mehr dazu und zahlreiche Temperaturmesskurven gibt es in meinem Artikel über die Raspberry CPU-Kühlung.

 


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3 Kommentare

  1. Tom Nett

    Hallo Helmut

    danke ersteinal für die tolle Seite hier
    bin totaler Anfänger in diesem Bereich/Raspberry pi 3
    die Seite hier hat mir schon sehr gut weitergeholfen
    nun hab ich aber leider ein paar fragen:

    es gibt ja einen hauptordner serien und film(music usw)

    nun habe ich auf meinen server mehrere Ordner mit Filmen und Serien(zb für mich Filme/Serien für alle Filme /Serien usw)
    die habe ich unter videos/dateien hinzufügen dann auch einzeln (die Ordner)hinzugefügt.
    Ich weiß das dann alle Ordner auf dem Hauptordner erscheinen(zb Serien)
    dort funzt auch alles mit der Medieninfo(also Inhalt und cover mit hintergrund bild)

    wenn ich aber nun in dem Hautordner Videos gehe(unter dateien),dort werden ja alle Ordner einzeln aufgelistet und zb Filme tom auswähle werde auch alle meine Filme angezeigt aber leider keine Medieninfo mehr,erst wenn ich dann weitergehe und in der Film datei(also zb. xxx.mkv )sehe ich diese Info.
    habe ich irgendwas verkehrt gemacht oder ist das so?
    Habe echt eine riesige Filmsammlung und bis wir alles durchsucht haben dauert halt ,deshlab dachte ich man kann auch diesen Weg gehen

    wäre das machbar wenn ja wie???

    Vielen Dank

    MfG
    Tom

  2. sabine

    irgendwie hab ich nach einem Laufband gesucht und bin auf deinen blog gekommen. bist zu dem keyword bei google ziemlich hoch gereiht.. wollt ich nur sagen

  3. Helmut (Beitrag Autor)

    Interessant, dabei kommt das Wort Laufband nur 2x vor. 😉

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