Feinstaubsensor – Teil 10: Veröffentlichen der Sensordaten

Der Eigenbau-Feinstaubsensor für den Balkon ist fertig, aber wohin nun mit den Daten? Der Upload zu Luftdaten.info und Madavi.de funktioniert bereits, denn diese beiden Datenbanken sind in der Konfiguration des Feinstaubsensors bereits als Vorgabe aktiviert. Damit unser neuer Sensor aber in der Feinstaubkarte von Luftdaten.info erscheint, müssen wir tätig werden. Und ebenso, wenn wir unsere Sensordaten zusätzlich bei OpenSenseMap.org veröffentlichen wollen. In diesem Artikel zeige ich, wie es geht.

Ich verweise hier wieder auf die originale Anleitung des Stuttgarter Feinstaub Projekts, die man in jedem Fall gelesen haben sollte, wenn man sich an den Eigenbau eines Feinstaubsensors machen will.

Anmeldung für die Feinstaubkarte von Luftdaten.info

Sobald unser Sensor am Netz ist, sendet er seine Daten ca. alle 2 1/2 Minuten an Madavi.de und an Luftdaten.info. Damit der Sensor aber auch in der Feinstaubkarte von Luftdaten.info sichtbar wird, muss er dort freigeschaltet werden. Die Freischaltung kann man einfach per E-Mail an rajko@codefor.de beantragen. Folgende Daten sollten in dem Mail übermittelt werden

  • die Chip-ID des Mikrocontrollers. Die steht im Kopfbereich der Web-Konfigurationsseite (bei mir 534958),
  • eine Person als Ansprechpartner für den Sensor mit der Adresse des Sensors (Straße mit Hausnummer, PLZ und Ort). Diese Angaben werden nicht veröffentlicht, daraus werden näherungsweise die Koordinaten für die Karte erzeugt,
  • Angaben über das Umfeld der Station – z. B. Lage, Höhe über Grund, Straßenseite, Verkehrsaufkommen, usw. (werden auch nicht veröffentlicht),
  • die Emailadresse des Ansprechpartners (wird nicht veröffentlicht),
  • gern gesehen wird auch ein Bild, wo der Sensor hängt (wird nicht veröffentlicht).

Sobald der Sensor freigeschaltet ist, bekommt man eine Rückantwort mit einer (oder mehreren) zugeordneten Sensor-ID und kann seinen Sensor auf der Feinstaubkarte sehen. Und das sieht folgendermaßen aus:

Luftdaten.infoEintragung bei OpenSenseMap.org

Eine weitere Möglichkeit, die eigenen Sensordaten hoch zu laden, ist OpenSenseMap.org. OpenSenseMap ist nicht auf Feinstaubdaten allein beschränkt, sondern bildet eine offene Plattform zur Sammlung und Visualisierung von allen möglichen Umweltsensordaten. So können dort auch die Temperatur- und Luftfeuchtewerte grafisch angezeigt werden und das nahezu in Echtzeit. Die Feinstaubsensor-Firmware ist dafür vorbereitet, die Sensordaten auch an OpenSenseMap zu liefern, die Vorgehensweise zur Anmeldung ist allerdings anders als bei Luftdaten.info. Am Anfang steht ein Benutzeraccount, den man auf der Registrierungsseite von OpenSenseMap.org anlegt. Dafür wird der eigene Name oder ein Pseudonym benötigt, eine E-Mailadresse und die Vergabe eines Passworts.

OpenSenseMap geht von sogenannten senseBoxen aus, die ihrerseits mehrere Sensoren haben können. Im nächsten Schritt nach der Registrierung legen wir unseren Feinstaubsensor als neue senseBox an. Dabei geben wir der Box einen Namen und wählen den Standort in einer Karte. Als Aufstellungsort dürfte draußen die treffendste Eintragung sein, bei Gruppenkennzeichnung geben wir Luftdaten ein und unter dem Menüpunkt luftdaten.info wählen wir Luftdaten.info Feinstaubsensor mit DHT22. Dazu lässt sich noch eine Beschreibung des eigenen Sensors eingeben und ein Bild hochladen. Als Ergebnis erhalten wir für die neue senseBox eine sogenannte senseBox ID, das ist eine 24 Stellen lange Hexadezimalzahl, die wir in unseren Feinstaubsensor eintragen müssen. Die senseBox ID kommt auch per Bestätigungsmail.

Mit der senseBox ID geht es nun wieder in die Konfigurationsoberfläche unseres Feinstaubsensors. Die Sensor-Webseite rufen wir auf mit:

http://feinstaubsensor-ID.local/

wobei ID durch die jeweilige Chip-ID des Feinstaubsensors zu ersetzen ist (Obacht, das ist nicht die senseBox ID).

OpenSenseMap

Im Menü gehen wir auf Konfiguration und blättern dort nach unten zur Überschrift Weitere APIs. Hier setzen wir das Häkchen bei OpenSenseMap und tragen ins Feld darunter die erhaltene senseBox ID ein. Dann Speichern nicht vergessen und nun wird der Feinstaubsensor seine Daten auch an openSenseMap.org ausliefern. Die eigene senseBox findet man in der OpenSenseMap-Karte, oder kann sie mir der senseBox ID direkt aufrufen:

https://opensensemap.org/explore/ID

Wobei ID durch die eigene senseBox ID zu ersetzen ist. In meinem Fall wäre das: https://opensensemap.org/explore/597dfd52fe1c740011e50de2 und so sieht es aus:

OpenSenseMap.orgOpenSenseMap.org hat auch eine Dokuseite, die den gesamten Vorgang ebenfalls noch einmal beschreibt.

Sensordaten nutzen

Sensordaten lassen sich aber nicht nur an verschiedene Datenbanken und Websites liefern. Dadurch dass viele Einzelne sie als freie Daten zur Verfügung stellen, lassen sich Sensordaten auch wieder downloaden – die eigenen und auch fremde. Um den Abruf von Sensordaten geht es im nächsten Artikel.

 


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